Prolog: Liliana - Lichterfest (Last part)
Heute habe ich beschlossen es aufzugeben.
Heute habe ich beschlossen, es aufzugeben.
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Ich kann es sowieso nicht recht machen. Also warum sollte ich mich noch bemühen?
Ich hab versucht, den Streit zu unterbrechen, so wie Ommá es immer macht. Stattdessen hab ich Backpfeifen bekommen, von Beiden. Ich soll mich „aus den Angelegenheiten von Erwachsenen raushalten“.
Dabei wollte ich sie nur dran erinnern, dass wir die verdammten Kerzenboote immer noch nicht gemacht haben. Feréll soll doch heute seine erste Kerze bekommen! Heute ist Lichterfest, haben sie das denn völlig vergessen?
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Okay, und wegen der Geschichten fragen… Alle anderen dürfen zum Geschichtenerzähler, wenn Lichterfest ist.
Und ich will Feréll mitnehmen; der hat grad Laufen gelernt. Also ist er alt genug, Geschichten zu hören. Da kann ich doch auch dort auf ihn aufpassen.
Irgendwer muss ja. Und Ommá schläft.
Sie schläft heute schon fast den ganzen Tag nur. Ich glaube es wird nicht mehr lange dauern, bis sie gar nicht mehr aufwacht. Und die beiden werden es nicht mal merken, wenn das passiert.
Mir ist schon wieder nach Heulen.
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Aber wer macht dann das Bötchen für die Kerze? Doofes, empfindliches Ich.
Hör auf mit dem Heulen und mach die beschissenen Boote.
Warum höre ich Mamma eigentlich immer noch? Und nicht mal in meinen Ohren. Mamma kann scheinbar sogar in Köpfen reden.
Ich wünschte ich könnte weghören, wie sonst auch. Aber ich weiß nicht, wie man einen Kopf verschließt. Ohren gehen noch.
Konzentrier dich gefälligst, du kleines Monster.
Kerzen und Boote. Kerzen und Boote!
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Alle Kinder bekommen eine Kerze beim Lichterfest. Unser Händler verschenkt sie, ausnahmsweise. Der verschenkt sonst nie was.
Aber die kleinen Blumenboote, die müssen wir selber machen. -Boote, weil sie die Kerzen tragen werden. Blumen weil sie wie Blumen gefaltet werden.-
Normalerweise machen das die Ältern. Aber unsere scheinen es mal wieder vergessen zu haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie es je gemacht haben. Ich hab meine Boote immer von Ommá bekommen.
Aber ich will Ommá nicht wecken, wenn sie so müde ist. Ich weiß sowieso nicht, ob das überhaupt klappen würde.
Irgendwie hatte ich gedacht, dass Mamma das Boot für Feréll machen würde. Wo sie doch mit ihm so glücklich scheint, wenn sie sich mal Zeit für ihn nimmt. Aber gerade hat sie wieder selbst Feréll vergessen.
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Der auf unserem Bett liegt und kräht. Ist nämlich doch wach geworden inzwischen. Noch heult er nicht. Aber er wird bald damit anfangen, wenn keiner nach ihm gucken geht. Ich trau mich nicht, nochmal rauszugehen und zu fragen, ob wir zu Uhland dürfen. Meine Backen brennen immer noch. Alle vier. Ich hasse es diesen Körper so fühlen zu müssen. Er fühlt sich genauso falsch an wie alles andere.
Ich reib mir verstohlen den schmerzenden Hintern und schau zu Feréll rüber.
„Dann wohl nur wir, eh Bruderchen?“
-Naja. Das ist zumindest, was ich sagen wollte.-
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Die Worte kommen mal wieder noch nicht richtig heraus. Doofe Worte. Sie sind so schwierig zu formen als wäre meine Kehle nicht für sowas gemacht. Kehle ist ein Wort von Uhland. Dem Geschichtenerzähler. Das meint Hals. Immerhin das weiß ich.
War aber auch einfach zu merken. Kommt aus der Geschichte, wo er vom Kehlenschneider erzählt. Wie soll man sich das nicht merken? So doof bin nicht mal ich. Angst ist ein guter Lehrmeister. Keine Ahnung wo ich den Spruch her hab. Aber Ältern scheinen daran total zu glauben.
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Vielleicht haben sie auch Recht damit. Ich weiß genau, was ich tun sollte und was nicht.
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Das hier zum Beispiel? Das ist ein was nicht.
Aber es ist mir egal. Die merken es sowieso nicht; so vergessen wie sie sich und alles andere haben, in ihrem bescheuerten, viel zu lauten Streiten.
Und ich sehe schon, wie Feréll diesen Gesichtsausdruck macht. Den bevor er losplärrt. Wenn Feréll jetzt losplärrt, dann kommen sie bestenfalls reingerannt und schimpfen mich an, was ich jetzt wieder getan habe, um ihn zum Schreien zu bringen.
Ich mache ein paar schnelle Schritte zu Feréll hin, so große wie ich nur kann.
Ich kann ziemlich große, wenn es sein muss. Erst recht, wenn keiner hinschaut, bis auf das große Pattpatt in unserer Hütte. Bei dem ich mich immer frage, wie das außer mir und Ommá keiner sehen kann – und noch mehr, wie sie alle überhaupt daran vorbeikommen. Aber ich glaube, das müssen sie gar nicht.
Ich weiß nämlich, dass es durch die Wand durch kann.
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So wie jetzt, als ich mir Feréll schnappe. -Ich nehme ihn natürlich so wie Ommá das immer macht:- Köpflein streicheln, um seine Aufmerksamkeit zu kriegen. Arme ausstrecken, damit er weiß, was kommt. Vorsichtig hochheben. Kopf abstützen, ehe ich mit ihm durchs Fenster klettere. Und dabei leise und ruhig mit ihm reden.
„Mamma und Paps sind noch ein bisschen beschäftigt. Aber heute ist Lichterfest, Feréll. Da dürfen die Kinder immer zum Geschichtenerzähler. Sogar die Kleinen.“
-Das ist das Gefühl, das ich versuche, ihm zu vermitteln.-
Und das ist nicht gelogen. Alle anderen dürfen da hin.
Sonst scheucht Uhland uns Kleinen oft weg, mindestens nach ner Weile. Aber nicht wenn Lichterfest ist.
„Magst du ein paar Geschichten hören, hm?“
Was aus meinem Mund kommt ist deutlich vernuschelter. Ich habe immer noch Probleme die verdammten Worte zu formen. Die alle anderen längst hinkriegen.
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Aber Feréll versteht mich schon. Zumindest das Wichtige:
Alles ist gut. Und wir beide gehen jetzt ein bisschen Spaß haben.
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Explore the English Sneakpeeks
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Die deutsche Version ist schon weiter als die Übersetzung;
da es sich bei ihr um das Original handelt ;)
Wer mag, kann aber natürlich auch mal die (freie) englische Übersetzung testen
(die wiederum, da sie neuer ist, hier und da Updates erhalten hat, die wiederum in der deutschen noch eingefügt werden müssen - das klassische Work in Progress-Problem):
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