Kapitel 8: Feréll– Das Leuchten im Gras
Wie leicht ein kleines Kind doch plötzlich abhandenkommen kann, wenn keiner so recht aufpasst... Und was für eine unglaubliche Entdeckung Feréll dabei macht.
Es war einer von Ferélls guten Tagen. Den wirklich guten Tagen.
Er hatte beim Ballspiel mitmachen dürfen. War sogar eine Weile beim Fangspiel mitgerannt, auch wenn er noch nicht so ganz verstand, worum es ging, außer juchzend im Kreis zu rennen. Selbstverständlich hatte auch niemand wirklich versucht, das zerbrechliche Nesthäkchen der Gruppe abzuklatschen, auch wenn der Kleine das noch nicht so ganz begriff. Was allerdings selbst er schon längst begriffen hatte, war seine Anfälligkeit, seine Schwäche, seine fehlende Gesundheit.
Er wusste, dass er aufpassen musste. Selbst mit nur drei Jahren wusste er das schon. Anfangs hatte er dagegen rebelliert, wenn es hieß, dass er jetzt eine Pause machen musste. Wenn es ihm doch endlich einmal gut genug ging, dass er mitmachen konnte. Mittlerweile hielt er sich brav daran, wenn Lilli ihn zur Seite nahm und hinsetzte. Er hatte zumindest eine vage Ahnung, dass sonst Dinge passierten, die er nicht wollte.
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Lilli war gut. Lilli war sicher.
Manchmal wünschte er sich, dass Lilli mehr bei ihm geblieben wäre. Manchmal bekam er Angst, ohne Lilli. Manchmal waren da plötzlich Schatten am Rand, die sich zu schnell bewegten. Zu komisch. Zu… Sie machten ihm Angst.
Aber seine große Schwester passte auf, dass ihm nichts Böses geschah. Dass er nicht wieder krank wurde. Er verstand nicht immer, was sie sagte, aber sie war lieb zu ihm, so gut sie konnte. Wenn er Pause machen musste, setzte sie sich, solange sie konnte, mit dazu. Zeigte ihm hübsche Dinge. Glitzernde Steine. Bunte Vögel. Hübsche Blumen. Schillernde Eidechsen. Feréll mochte die tollen Sachen, die Lili ihm zeigte. Aber Lilli noch mehr. Lilli war warm und kuschelig und sicher. Mehr noch als Mamma oder Oma. Mehr als die Kuscheldecke daheim. Lilli war Sonne. Sonne war, wenn das Schütteln ausblieb.
Das Schütteln war böse. Das Klappern, in seinen Zähnen und tief in ihm drin. Das zu heiß und zu kalt und zuviel Drehen und Dunkel. Viel zuviel Dunkel. Es biss, in ihm drin, in seinem Bauch.
Wenn Lilli da war, biss ihn nichts. Dann war schön warm und ohne Klappern. Ohne Schütteln. Und wenn er tat, was Lilli mochte, dann blieb Lilli länger und strahlte. Das war kuscheliger, heller, wärmer. Sonne. Sonne war gut. Nachts war auch gut. Nachts durfte er zu Lilli ins Bett. Warm. Gut.
Lilli ließ ihn spielen, so lange wie ging. Solange Mamma nicht rief. Solange seine Beine nicht schlotterig wurden, wie der Brei im großen Raum, da wo alle zusammen hingingen. Aber nicht so lecker. Überhaupt nicht lecker. Sondern Aua. Oder seine Haut und Stirn klebrig. Klebrig war schlecht. Fühlte sich nicht gut an – und meist kam das Schütteln hinterher.
Wenn Lilli sagte „Pause“, dann hieß das hinsetzen. Damit kein Kleb kam, meinte Lilli. Kein Schütteln. Also hinsetzen. Feréll war gut im Hinsetzen, mittlerweile. Ruhig sein. Zuhören. Und gucken. Gucken durfte er immer. Wenn er müde war, reichte das. Mehr sogar. War manchmal zuviel. Manchmal fielen ihm die Augen zu. Lilli passte auf, dass er sich wo anlehnen konnte. Oder wo war, wo es weich war.
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Aber manchmal wurde ihm schlotterig, wenn er einnickte. Also versuchte er, nicht einzunicken. Weniger rennen als bis die Knie weicher Brei wurden. Früher hören, wenn Lilli sagte „jetzt Pause“. Brav sein. Immer brav sein. Und wachbleiben. Wachbleiben war wichtig.
Das, was Lilli ihm gezeigt hatte, half dabei. Buntes, Schillerndes war hübsch. Passte zu Lilli. Was Lilli glücklich machte, machte auch Feréll Freude. War schön.
Als sie ihm heute sagte „Pause“, blieb er also ganz brav sitzen. Bis er das Funkeln im Gras sah. Glitzern in der Sonne. Glitzern und Sonne war gut. Also krabbelte er rüber. Hübscher Stein für Lilli? Her damit. Lilli mochte hübsche Steine.
Lilli freute sich immer, wenn er welche fand. Und wenn Lilli sich freute, freute sich Feréll. Es hörte sich schön an, wenn Lilli sich freute. Und sah schön aus. Also versuchte er das Funkeln im hohen Gras zu finden.
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Das Juchzen der älteren Kinder verblasste im Hintergrund, während der Kleine tiefer ins Gras krabbelte, hinüber zu dem Felsen, wo er das Funkeln gesehen hatte. Eine Weile suchte er im Schatten des Steins nach dem, was da geglitzert hatte.
Fand auch ein paar hübsche, bunte Steine. Spielte eine Weilchen damit. Stellte sich vor es seien fette Käfer. Grübelte welches wohl der hübscheste war. Sollte er alle davon zu seiner Schwester zurückbringen? Oder nur den tollsten? Aber was war der tollste? Der mit der auffälligsten Farbe? Den größten Tupfen? Den tollen kleinen Sprenkeln? Der, der so schön glatt war? Oder vielleicht der mit den lustigen Vertiefungen und Löchern, der ein bisschen aussah wie Käse. Er konnte sich nicht entscheiden. Außerdem krabbelten da echte Käfer.
Binnen kurzem hatte er sein Spiel wieder vergessen, genauso wie die Frage, und beobachtete stattdessen gebannt wie ein fetter Brummer mit einem anderen rang. Zumindest sah es so aus, als würden sie versuchen einander umzuwerfen, ihre Kräfte miteinander zu messen. Er kicherte leise, weil es eher so aussah, als würden sie gleich beide hinfallen, die ‚Geweihe‘ ineinander verhakt.
Verstummte ebenso abrupt wie er damit angefangen hatte, weil er plötzlich im Augenwinkel ein Huschen bemerkte. Die wuselnde Bewegung einer Eidechse.
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Eidechsen waren toll. Lilli liebte Eidechsen. Feréll war sich nicht ganz sicher warum, außer es waren wirklich hübsche; aber faszinierend waren sie schon irgendwie — diese winzigen Körperteile, und so wahnsinnig flink. Er wurde ganz still, als er sie hervorlugen sah. Vergaß darüber sogar die Käfer; sah nur noch diese flinke, dünne Zunge hervorschnellen und herumwedeln. Die kleinen Krallenhände, die sich in die winzigsten Ritzen krallten, wider jede Schwerkraft, die Feréll manchmal so schnell besiegen konnte, wenn er ins Taumeln geriet oder sich zu schnell drehte. Die Eidechse hing beinahe kopfüber am Stein, wie sie so um die Ecke kam. Wusel-wusel. Wusel-wusel.
Feréll fragte sich, ob es wohl eine Belohnung gab, wenn er Lilli eine Eidechse brachte. Rückenstreicheln vielleicht? In Arm dürfen war toll.
Sein Arm streckte sich so langsam wie möglich über der Eidechse aus. Das hatte er sich bei Lilli abgeguckt — nicht schnell, sondern extreeeem langsam. Wenn man ganz still war, dann rannten sie nicht weg. Wenn man ganz, ganz langsam war, dann dachten sie, man sei immer noch still.
Er beugte sich noch ein Stück weiter vor. Gaaaaaaanz langsam…
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Die Eidechse fand sich plötzlich im Schatten, wo gerade noch Sonne gewesen war. Sie tat was jetzt Eidechse tut in so einem Fall — sie flitzte weg.
Feréll, nun im Jagdeifer, stürzte sich hinterher. Hätte ihm jemand zugesehen, wäre das eventuell peinlich geworden. Wie er sich so wie ein ungelenker Frosch immer wieder nach vorne ins Gras warf, die nur sehr leicht moppeligen Ärmchen ausgestreckt als könne er das kleine Etwas in einer Umarmung einfangen. Was natürlich nicht der Fall war. Das Zusehen allerdings auch nicht. Niemand bemerkte, wie er weiter im hohen Gras verschwand.
Auch Feréll nicht.
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Die Eidechse verschwand.
Aber dafür tauchte ein Grashüpfer auf, der zeitweilig seine Aufmerksamkeit einfing.
Und dann ein Rascheln, das sich verdächtig nach einer Maus oder vielleicht sogar einem etwas größeren Tierchen anhörte und auch so aussah. Soll heißen, dessen Bewegung im Gras, welche die Büschel und Halme in Bewegung setzte.
Feréll erinnerte sich vage daran, dass die anderen vor einer Weile eine Rennstrecke gebaut hatten, für Mäuse – ein Labyrinth, um genau zu sein. Wie lustig das ausgesehen hatte. Änderte erneut er die Richtung.
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Und dann… Dann war da dieses plötzliche Strahlen.
Wie ein verschwommener Streifen aus Licht im Gras, nur halb sichtbar in den hohen Halmen, eilig wie die Eidechse vorher, raschelnd wie die Maus, hoppelig wie der Grashüpfer. Und funkelnd wie die Steine.
Feréll versuchte eilig hinterherzukommen, halb auf allen Vieren krabbelnd, halb noch unsicher laufend, mehr hopsend und fallend, erneut in den Vierfüßerstand zurück – was immer ihm die Sache schneller zu machen schien. Die Chance konnte er sich nicht entgehen lassen! Das musste etwas ganz, ganz Tolles sein. Lilli würde Augen machen, wenn ihr das zeigen konnte!
Immer wieder blinkte es kurz zwischen den Halmen im Moos auf.
Hielt einen Moment inne, als halte es nach etwas Ausschau, ganz wie er. Nur wo völlig anders hin konzentriert. Feréll fragte sich, auf was. Konnte aber nichts Interessanteres entdecken als dieses leicht bunte Leuchten. Folgerichtig blieb er darauf konzentriert. Wenn es abgelenkt war… konnte er es vielleicht fangen. Er musste nur schnell genug sein.
Was immer es war, es war schnell. Und es bewegte sich eher in Hopsern als im üblichen Huschen und Flitzen. So einer Art… Hoppeln. Feréll hatte noch nie eine so merkwürdige Eidechse gesehen. Und eine so große noch dazu. Aber es schimmerte, wie die Eidechsen, die Lilli ihm gezeigt hatte. „Sa-áma-neh“ hatte sie dazu gesagt. Oder so ähnlich.
Wenn er Lilli eine riesige bringen konnte, eine so riesige, wie sie ihm noch nie eine gezeigt hatte? Vielleicht würde sie dann wieder die Augen machen. So ganz große, leuchtende. Die waren toll. Sie brachten ihn immer zum Glucksen. Einem freudigen Glucksen. Weil es sich gut anfühlte, wenn Lilli das machte. Wenn sie sich freute. Wie eine warme Welle im Bauch, in der Brust… überall eigentlich. Es kribbelte so schön, wenn sie ihn dann hochnahm und kraulte. Dann fühlte er sich besser. Besser selbst als bei Mamma. Bei Mamma wurde ihm manchmal schlecht, wenn sie ihn herumwirbelte, wenn keiner da war. Aber das war geheim. Er wusste nicht ganz wieso, aber er ahnte, dass er das niemandem sagen durfte. Dass Mamma sonst böse geworden wäre.
Der flüchtige Gedanke verblasste so schnell wie er aufgetaucht war, davongeschwemmt von warmer Sonne, dem Gedanken an Lillis strahlende Augen und dem Fokus auf die komische Kaninchen-Eidechse vor ihm, die so schön funkelte, wenn sie mal lange genug innehielt.
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Er merkte nicht, dass sie dem Waldrand näherkamen.
Er merkte es nicht, als das Moos zunahm.
Und auch nicht als Mulch aus gefallenen Blättern dazukam.
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Er merkte es erst, als das Gras plötzlich aufhörte ein einheitlicher Teppich zu sein und er aus dem letzten Büschel hervorstolperte, vor ihm nur noch vereinzelte Flecken aus Gras, dazwischen ganz viel Moos und Mulch und kleine Wedel und diese einzelnen hervorstakenden Äste, die direkt aus dem Boden zu ragen schienen – Sprösslinge, aber das wusste er noch nicht.
Und Baumstämme. Dünne, schlanke und glatte Baumstämme. Dicke und borkige Baumstämme, gerade und knorrige Baumstämme. Baumstämme jeder Sorte und aller Art. Noch in größeren Abständen und nicht dicht beieinander oder von dichtem Unterholz umgeben – wenigstens war er nicht direkt dorthin hineingeraten – aber eindeutig Wald. Das wusste sogar Feréll mit seinen drei Jahren.
Wald. Er hätte vielleicht das Wort nicht aussprechen können, aber er wusste, dass Wald schlecht war. Gefährlich. Etwas, vor das die meisten Leute Angst hatten. Sogar Lillis Freunde.
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Aber nicht Lilli. Lilli war schon ein paar Mal mit ihm hierhergekommen, auf der Suche nach schönen Dingen — oder einem schönen Kletterplatz. Zumindest dachte das Feréll, denn das war, was er mitbekommen hatte. Manchmal beobachteten sie hier Frösche, die besonders bunten. Manchmal huschte sogar ein Fuchs oder Wiesel vorbei. Selten sogar diese weit springenden Dinger mit den langen Beinen, die scheu herübersahen und manchmal schnupperten und dann davonspritzten wie Wasser wenn man einen Stein hineinwirft, vor allem wenn er zu nahe ran wollte. Lilli lachte dann immer aus dem Baum, an dem sie vorbeiflitzten. Lilli hätte sich wahrscheinlich auf eines davon herunterwerfen können.
Aber sie tat es nie. Und Feréll war ziemlich froh darum, denn dann hätte es Lilli ja weggetragen, ganz weit weg. Und was hätte er dann tun sollen?
Wenn Lilli da war, fühlte sich der Wald friedlich an und freundlich. Voller Sonne.
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Aber wenn Lilli nicht da war? … so wie jetzt. Da erschien ihm der Wald plötzlich… dunkel. Fast schon lauernd. Bereitete ihm ein mulmiges Gefühl im Magen.
Feréll fühlte sich plötzlich viiiiel zu weit weg von allem anderen. Wie jemand, der nicht hier sein sollte… nicht hierhergehörte.
Wo waren die anderen? Warum waren sie plötzlich so weit weg? Feréll war noch nie alleine im Wald gewesen.
Für einen Moment sah er nur bedrohliche Schatten überall, als könnte jeder Baumstamm sich plötzlich aus der Erde losreißen und auf ihn niederstampfen. Und dann wäre der kleine Feréll ganz schnell nur noch Matsch.
So wie wenn einer der älteren Jungs an Nieseltagen die Schlammburg des anderen auf dem Dorfplatz zertrat anstatt nur zu versuchen sie abzuschießen und Teile daraus hervorzuschleudern, zum Juchzen und Buhei aller anderen. Naja. Der Kinder, die zusahen. Wenn die Ältern sowas abbekamen, schienen sie oft eher geneigt zu schimpfen als zu lachen. Und den Betreffenden am Ohr oder Nacken gepackt vom Platz wegzuziehen, wenn man Pech hatte. Vielleicht auch an der Hand, wenn sie etwas netter waren. Er selbst wurde immer nur außer Reichweite genommen, auf den Arm hoch. Das war eigentlich nicht so schlimm.
Aber der Wald… Der Wald war gruselig, so alleine.
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Für einen Moment hatte Feréll selbst das Funkeln vergessen, dem er gefolgt war.
Wie kam er jetzt wieder zurück?
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„Na, hallo,“
sagte genau in diesem Moment eine tiefe Stimme. Eine viel zu tiefe. Gruselige. Irgendwie komische, verzerrt klingende – fast so als spräche noch irgendetwas anderes im Hintergrund, vielleicht auch nur eine Art… Kratzen, das hier nicht hingehörte? – die ihn verschreckt hochfahren ließ.
„Was haben wir denn da?“
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Vor ihm stand das leuchtende Etwas, dem er gefolgt war. Nur dass es jetzt kein Streifen hoppelnden Lichts mehr war, sondern ein buschiges Etwas, voll von Fell – und Stacheln!? – das zwar immer noch leise glomm, aber nur noch ein sehr mattes Licht abgab. Ein Licht, das hier, zwischen den hohen Bäumen und all ihrem Schatten, der sich abrupt über alles gesenkt hatte, als hätte die Sonne plötzlich aufgehört zu existieren, irgendwie ganz anders wirkte als vorher. Nicht mehr so freundlich einladend, sondern eher… auf eine sehr, sehr gruselige Art und Weise interessiert. An ihm.
Die nun irgendwie bedrohlichen Farben hatten aufgehört zu funkeln und waren nun eher ein stetes Flackern, fast schon wie ein Feuer. Und dieses Feuer… schien aus den Augen des Dings hervorzulodern, rot und dunkel und bedrohlich.
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„Du kannst mich sehen, oder? Wie interessant.“
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Das war kein gutes ‚interessant‘.
Das wusste sogar Feréll, zu wenig Jahre und Schlottern in den Beinen und Händen hin oder her. Feréll, der nur noch eines wollte: Weg hier.
Zurück zu Lilli. Lilli, die bestimmt gewusst hätte, was tun. Die ihn hochgenommen hätte, sodass er außer Reichweite war. Oder ihn hinter sich geschoben, um sich das Ding da neugierig genauer anzusehen, vielleicht mit einem Ast anzustupsen, bis es davongespritzt wäre wie die Langbeiner.
Feréll hatte keinen Ast zur Hand, auch wenn hier überall welche herumlagen. Nicht dass er sich getraut hätte, das Ding da vor ihm anzustupsen, selbst wenn er einen gehabt hätte. Selbst wenn von denen, die hier herumlagen, einer die passende Größe gehabt hätte, dass er ihn hochnehmen konnte und sich damit irgendwie sicherer gefühlt hätte – was nicht mal zusammenging – dann hätte er ganz bestimmt nicht dieses Wesen da angestupst, das mit lodernden Augen vor ihm saß, ihm schon viel zu nahe auf die Pelle gerückt und sich jetzt auch noch hochreckte, wie um ihn zu beäugen. Und damit größer zu werden schien.
Nein. Nein, nein, nein, NEIN. GEH WEG.
Feréll wollte wegrennen — denn danach zu schlagen traute er sich nicht. Damit wäre ja eines seiner Gliedmaßen in dessen Reichweite gekommen. Und was wenn es ihm die Hand abbiss?
Aber er konnte nicht. Seine Beine wollten sich nicht bewegen. Nur schlottern. Wenn nicht alles an ihm so schlottern würde, hätte er gedacht, das Ding hätte ihn irgendwie zu Stein verwandelt, wie diese Meh-Du… Meh-Du-irgendwas in Ullans Geschichten. Aber das hier war keine Geschichte. Das hier war echt. Und es machte Feréll ein ganz, ganz mieses Gefühl im Magen. Und in den Augen, als wollten sie aus seinem Schädel hervorkriechen, ohne sein Zutun. Oder anschwellen und platzen.
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„Na dann lass dich doch mal ansehen“,
sagte das Ding und setzte sich in Bewegung, eine krallenbewehrte Pfote von unter sich nach vorne bewegend, die viel zu klein schien es zu tragen. Zu schmal. Aber lang. Viel zu lang. Besonders mit den Krallen, die sich in Ferélls Kopf schon halb um seine Beine wickelten.
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Er stellte plötzlich fest, dass seine Beine doch rennen konnten.
Wenn er nur laut genug schrie.
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Explore the English Sneakpeeks
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Die deutsche Version ist schon weiter als die Übersetzung;
da es sich bei ihr um das Original handelt ;)
Wer mag, kann aber natürlich auch mal die (freie) englische Übersetzung testen
(die wiederum, da sie neuer ist, hier und da Updates erhalten hat, die wiederum in der deutschen noch eingefügt werden müssen - das klassische Work in Progress-Problem):
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