Kapitel 6: Liliana – Der Jäger (Pt.2)
Was mir bezüglich des Jägers entging ist, aus heutiger Sicht, recht eindeutig.
Anurs Mutter kam rasch mit einer dampfenden, frisch zubereiteten Nebelträne zurück, von der ich mir ziemlich sicher war, dass sie vorhin jemand bestellt hatte. Und mittelgroß war sie auch nicht. Das war eine richtig große. Es konnte eigentlich kaum eine andere sein als die für unseren ausgefuchsten Kleinhändler Yarin, der einer der Wenigen war, der sich erstens eine ganze riesige Nebelträne leisten — und zweitens diese auch tatsächlich in einer Sitzung verdrücken konnte. Einer der wenigen unter den Dörflern, der einen Schmerbauch hatte. Mein Blick huschte an den Tisch uns schräg gegenüber. Yarins Blick nach… hatte ich wohl Recht mit der Vermutung. Aber auch er traute sich nicht aufzumucken.
Sintram hingegen -hmm… was für ein merkwürdiger Name; ich frage mich, was er bedeutet- traute sich sehr wohl.
Auch wenn er weiterhin freundlich blieb und seine Stimme sanft und leise.
„Ina. Danke, aber nein. Ich sagte eine mittelgroße. Und bitte eine frische, keine schon zubereitete.“
Warum fragt er dann eigentlich nicht direkt einen der Fischer?
„Oh.“ Ihr Gesicht verlor etwas an Farbe. „Natürlich. Ich… einen Moment.“
Sie wuselte zurück in die Küche, gerade so noch daran denkend, den dampfenden Fisch an Amalia, ihre Jüngere, weiterzureichen, die gerade für jemand anderen Bier gezapft hatte und in Reichweite stand. Amalia duckte sich prompt mit einem verlegenen Nicken vor Sintram weg, einen möglichst weiten Bogen um den Jäger zu machen – was angesichts der beengten Verhältnisse ein kleines Kunststück war und zudem überdeutlich, da sie dazu um einen Tisch herumlief, der eindeutig nicht auf direktem Wege lag. Und brachte den Fisch zu Yarin. Hah. Recht gehabt.
Ich betrachtete irritiert wie Yarin, ausgerechnet unser verfressener Yarin, einen Moment innehielt und unschlüssig zwischen Fisch und … der Theke -also wohl dem Jäger- hin- und hersah; ehe er vorsichtig zu seinem Besteck griff und möglichst leise zu essen begann, als wäre ihm irgendwie peinlich in die Sache verwickelt worden zu sein. Oder als könnte der Fisch plötzlich giftig geworden sein, nur weil er dem Jäger angeboten worden war. Vielleicht war er auch nur verärgert, traute sich aber nicht es herauszulassen, keine Ahnung. Ich war nicht immer so gut darin, Leute zu lesen, zumal wenn sie nicht direkt in meiner Nähe waren.
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So ein Unfug. Aus irgendeinem Grund packte mich fast so etwas wie Ärger, je länger sich das alles hinzog. Die Leute aßen inzwischen schweigend, die Blicke überall hinwendend, nur nicht in Sintrams Richtung, das einzige Geräusch das gelegentliche Klirren oder Klappern von Geschirr und Besteck – und jedes Mal wenn das passierte, schien irgendwer zusammenzuzucken, fast als müsse man sich deswegen ducken.
So ein hirnverbrannter Unfug.
Vielleicht waren es auch Ferélls Finger, die sich immer noch an mir festklammerten -inzwischen um meine Körpermitte statt nur an meinen Arm- und die Art wie er sich an mich presste. Furchtsam, trotz meiner Versuche ihn zu beruhigen. Oh, wenn ich Bertram zu fassen bekam… War mir egal, wieviel größer und schwerer der war als ich, der konnte sich auf was gefasst machen!
Am liebsten hätte ich irgendwen angeschrien. Das Problem war, ich wusste nicht wen – die Erwachsenen hier verhielten sich ja auch kaum besser. Bertram war nicht hier. Und ich konnte wohl kaum den Jäger hauen dessentwegen, wie die Leute auf ihn reagierten. Er hatte bisher nicht das Geringste getan, um sowas auszulösen. Um genau zu sein, schien er sogar fast bemüht, den Blick im Leeren auf den Flaschen im Regal hinter der Theke zu halten, während er wartete, sodass niemand fürchten musste, den Blick mit ihm zu kreuzen oder sich angeschaut zu fühlen.
Zugegeben, den Part habe ich wahrscheinlich hineininterpretiert. Vermutlich war er eher schlicht gelangweilt oder wirklich in Gedanken.
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„Danke dir, Lairina.“
Die Erleichterung, die im Raum lag, als der Jäger schließlich den korrekten Fisch erhielt, Adelheid einige Münzen hinschob und dann das Gasthaus wieder verließ, war beinahe zum Greifen, wie ein lebendiges Ding. Einige Momente verstrichen, bis sich auch das letzte Knirschen im Kies draußen vollends entfernt hatte, und die üblichen Gespräche wieder einsetzten. Zuerst noch verhalten -als fürchteten die Leute immer noch, des Jägers feine Ohren könnten alles hören, selbst die sprichwörtlich fallende Stecknadel; dass er über alles nur mit Verachtung hinwegginge, wenn er zu dem Geschehen um sich herum nichts sagte- dann sich langsam wieder zur üblichen Lautstärke steigernd.
Ich wäre ihm gerne hinterhergeschlichen. Meine Neugierde war weiterhin riesig. Gerade weil niemand irgendetwas Genaueres zu wissen schien. Den ganzen Gerüchten und dummen Geschichten zum Trotz. Es war klar, dass sie schlicht nicht wahr waren. Die Leute logen; selbst ihre Angst… log. Auch wenn ich nicht recht erfassen konnte, wie Angst lügen kann.
Ich wollte, musste mehr wissen. Mehr als irgendwelche blöden, gruseligen Geschichten, die doch nur unwahr waren. Was ging da wirklich vor sich?
Meine Neugierde wollte sich von klein an nie wirklich nur auf Andere verlassen. Die ganzen Reaktionen der anderen waren ihr ziemlich egal, solange sie keinen Aufschluss über das Warum gaben; ob es nun an Dummheit oder Naivität lag oder einfach nur an Sturheit, weil man Erfahrungen selbst machen muss. Was auch immer es war, etwas in mir verlangte danach, zu verstehen. Begreifen können wollte ich – auch wenn ich damals nicht einmal diesen Antrieb korrekt hätte benennen können. Jedenfalls war mir weiterhin nicht klar, weswegen die Leute eine so regelrecht greifbare Furcht vor ihm an den Tag zu legen schienen, so als würde er sie womöglich gleich anfallen. Er vermittelte sicherlich den Eindruck, dass er das konnte, ja – aber ich für meinen Teil hatte nicht das Gefühl, das er das deswegen auch tun würde.
Der Jäger war mir nach wie vor ein Rätsel. Selbst ehe ich einen wirklichen Grund bekam, zu ihm zu gehen… fühlte ich mich schon merkwürdig davon angezogen. Von diesem Schimmern, diesem Schillern, diesem… allem. Was auch immer genau es war.
Aber ich hatte Feréll an der Backe, wie so häufig, seit er laufen konnte. Und meine Freunde konnte ich schließlich auch schlecht einfach sitzen lassen. Also war mein Untersuchungsprojekt mal wieder ausgesetzt.
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Mitgekommen wären sie sicher nicht. Soviel wusste ich inzwischen. Mittlerweile hatte ich zumindest einen Teil dessen gelernt, was Bernd damals gemeint hatte, als wir -naja ich- zum ersten Mal auf den Jäger gestoßen waren. Was ich begriff, war, dass all die anderen irgendwie Angst vor ihm hatten. Es lag in der Art, wie die Erwachsenen mit ihm umgingen – und noch deutlicher in der Art, wie ausgerechnet unsere halbstarken Rüpel stiller geworden waren als er näherkam und schließlich regelrecht flüchteten.
Nur den Grund dafür? Den verstand ich auch weiterhin nicht so recht.
Aber es war mittlerweile wieder sonnig, es war warm, es war Sommer – und der Bärenschreck des vorhergegangenen Lichterfestes im Winter längst wieder vergessen. Und so dauerte es nicht lange bis Anur wieder zu weiteren Versuchen überging, seinem Welpen Prinz die ersten Kunststücke beizubringen, nachdem Sintram aus der Tür verschwunden war.
Was natürlich noch herrlich daneben ging. Es waren gerade die drolligen Fehlversuche der tapsigen kleinen Promenadenmischung, die für uns ein Anlass zu herzlichem Lachen bildeten.
Jepp, Prinz war ein Vertreter eines bunten Mixes, aus dem man die ursprünglichen Rassen nicht mehr herauslesen konnte – also was man anderswo als Straßenköter bezeichnet hätte. Den verdankte er einzig und allein dem Umstand, dass seine Familie, die seit dem frühen Tod seines Vaters nur noch aus Frauen bestand, ihrem Nesthäkchen keinen Wunsch abschlagen konnte.
Zu unser aller Freude.
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Okay. Vielleicht abgesehen von Feréll; der irgendwie Angst vor Hunden zu haben schien, selbst vor diesem Winzling.
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Na doll. Dem Jäger konnte ich nicht hinterher wegen Feréll – und bei den Kunststückchen direkt mitmischen jetzt auch nicht? Manchmal war das Los einer großen Schwester eben doch nicht nur ein fröhliches.
Kein Wunder, dass ich ständig meinen Gedanken nachhing, so an den Rand des Geschehens verbannt.
Während die anderen also lachten, scherzten, den Vorfall wohl längst wieder vergessen hatten und sich darum bemühten Prinz dazu zu bringen, durch einen Reifen springen oder einen Apfel mit der Nase irgendwohin zu rollen oder auf den Hinterbeinen ‚tanzen‘ zu lassen, flogen meine Gedanken mal wieder nach draußen.
Ich fragte mich, warum behauptet wurde, der Jäger könne Kinder nicht ausstehen. Das Einzige, was er tat, war uns links liegen zu lassen – wie eigentlich doch auch den ganzen Rest des Dorfes, wenn es keinen praktischen Grund gab, mit ihnen zu interagieren?
Es gab Leute im Dorf, die ich weitaus unangenehmer und unfreundlicher fand. Den Alten Armin zum Beispiel, der ständig seine Frau ankeifte und die kleinen Kinder mit seinem Stock schlug, wenn sie in seine Nähe kamen und er sie erwischen konnte. Oder den Müller, der uns immer zu beäugen schien wie Ameisen, über die er einen Moment lang nachgrübelte, ob es die Mühe lohnen würde, sie zu zertreten; ehe er sich dann doch wieder zu entschließen schien, dass es ihm für diesmal zu viel Arbeit wäre. Agh. Den fand ich gruselig, im Schaudersinne.
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Manche behaupteten der Jäger hasse Kinder sogar – etwas, das ich geneigt war, viel eher dem Müller zuzuschreiben. Anders als der Müller schien sich Sintram -ich ließ mir den ungewohnten Namen erneut auf der geistigen Zunge zergehen- nie groß um uns zu scheren. Er steuerte manchmal mitten durch uns hindurch, als wären wir nicht vorhanden und überließ es uns auszuweichen. Womit er auch nie falsch lag, denn die Kinder sprangen freiwillig beiseite, wenn er mit finsterem Blick mal wieder Fleisch im Gasthaus abliefern ging. Aber hassen?
Wenn zwei sich nicht leiden konnten, dann prügelten sie sich vielleicht mal. Ältere, die ein Kind nicht mochten oder ihm irgendwie böse waren, die würden ihm irgendwelche unangenehmen Aufgaben geben, es schelten, sich bei anderen darüber beschweren oder sonstwie dafür sorgen, dass wir Ärger bekamen. Vielleicht auch uns ein Bein stellen und sich darüber lustig machen, dass wir so tollpatschig waren, dass wir nicht gerade laufen konnten; uns herumschubsen oder Schläge verpassen, zumindest wenn keiner hinsah. Bertram und Tobin, die eine Weile behauptet hatten, sich zu hassen, hatten sich in der Zeit ständig wirklich bösartige Streiche gespielt und einander bei den Erwachsenen angeschwärzt – oft mit erfundenen Dingen oder Dingen, die sie sogar selber getan hatten, um den Anderen hereinzureiten. Wenn jemand eine Arbeit ‘hasste’, dann jammerte er ständig dabei herum und beschwerte sich darüber, sobald auch nur das Thema aufkam.
Das waren die Vorstellungen, die ich von ‘hassen’ hatte.
Den anderen einfach nicht zu beachten, fiel da eigentlich nicht drunter. Dass ‘Hass’ scheinbar auch bedeutete, jemanden so zu behandeln, als sei er nicht vorhanden oder als sei es unter seiner Würde mit einem umzugehen war mir neu. Aber nun, ich war mir durchaus bewusst, dass ich noch unglaublich viel zu lernen hatte.
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… hasste ich dann eigentlich meine Mutter?
Ich versuchte auch immer sie so gut wie mir nur möglich war zu ignorieren…
Der Gedanke machte mir prompt ein schlechtes Gewissen.
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Wenn ich mir den Jäger jedoch so vor Augen führe, wie ich ihn heute sehen kann... kann ich durchaus nachvollziehen, was diese furchtsamen Reaktionen ausgelöst hat. Was mir bezüglich des Jägers entging ist, aus heutiger Sicht recht eindeutig.
Sein Verhalten, seine ganze Haltung sprachen von einer unter der kühlen Ruhe und Kontrolliertheit wachenden steten Kampfbereitschaft. Sein kühler Blick schien alles in seiner Umgebung wahrzunehmen und blitzschnell zu analysieren.
Und alleine das muss normale Leute schon unruhig machen. Wenn sie spüren, dass jemand kampfbereit ist – aber nicht wissen, weshalb. So ein Verhalten legt schließlich Gefahr nahe. Eine, die sie nicht sehen können. Eine die sie nur auf die Ursache des unterschwellig vermittelten Gespürs zurückführen können: Die Person, die sie ausstrahlt.
Hinzu kam, dass in seinen scharfen Augen etwas zu liegen schien, das jeden Menschen im Dorf eher als potentielle Beute, denn wirklich Bedrohung für seine Person wahrgenommen hätte. Nicht weil er sie als Beute hätte sehen wollen. Einfach nur, weil der Unterschied derart groß war, das man sie als wenig anderes bezeichnen konnte – von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen.
Und seine Miene war abseits solcher ‚neutralen Fakten‘ -die für die betroffenen Leute nunmal keine waren- quasi immer verschlossen, unleserlich. Selbst wenn sie nichts von seiner Kampfbereitschaft oder seinen unbewussten Beurteilungen bemerkt haben sollten, dürfte schon das alleine viele verunsichert haben. In unserem Dorf war man Offenheit gewohnt. Nicht… das. Diese … Reserviertheit. Die strenge Zurückhaltung jeden Gefühlsausdrucks.
Seine Präsenz war zudem… schwerlich zu ignorieren, egal wie sehr er sie zurückzuhalten versuchte. Und noch weitaus schlimmer, selbst wenn er das nicht intendiert hätte. Irgendwie strahlte er beständig ein gewisses „lass mich in Ruhe“ oder „geh mir aus dem Weg“ beziehungsweise „belästige mich und ich brech dir die Knochen“ oder gar „komm mir zu nahe und ich fress dich“ aus.
Das ist was die anderen sahen.
Vielleicht hatte es damit zu tun, dass er nie darauf zu achten schien, ob irgendwer im Weg stand – nicht nur was uns Kinder betraf. Als ob er das nicht nötig hätte. Als ob er selbst mit geschlossenen Augen sicher durch alle hätte hindurchsteuern können. Und er lief wirklich niemals in irgendwen hinein. Selbst wenn jemand mit dem Rücken zu ihm stand – so sprangen selbst diese -wenn ich mich richtig erinnere- schnell, wenn auch gerade so noch, beiseite. Vermutlich weil sie die Reaktionen der Leute vor sich oder zu ihren Seiten gesehen hatten, deren Blick dem Jäger zugewandt war.
Vielleicht war es auch seine Zielstrebigkeit, die man sicher leicht missverstehen konnte. Blick starr auf das Ziel gerichtet, rein ins Gasthaus, Fleisch abliefern, wieder raus, und ab zum neuen Ziel: Ortsrand. Gepaart mit fester Selbstsicherheit und der inneren Ruhe eines unerschütterlich scheinenden Felsens; vielleicht auch dem Bewusstsein, dass er diesen Leuten in einem Kampf haushoch überlegen wäre...
Und vielleicht war es das, was in seinem Gang lag: Der feste und doch federnde Schritt eines geübten, erfahrenen Kämpfers; etwas, das unbewusst einfach da war, ohne dass er sich darauf konzentriert hätte, einfach weil es Teil seines Wesens war.
Ähnlich wie die natürliche Grazie eines Raubtiers...
All das trug sicher seinen Teil dazu bei, dass selbst die Erwachsenen ihn als dermaßen sonderbar, schwer einzuschätzen und nicht zuletzt natürlich auch als bedrohlich ansahen, dass sie tunlichst ihren Abstand hielten. Zu schweigen davon, dass er ein höchst privater Mensch war und sich so, in einem solchen Dorf, noch weitaus suspekter machte, als jeder körperliche Ausdruck es gekonnt hätte, jede noch so merkwürdige Präsenz.
Der Jäger war kein Fall von purem Respekt mehr, wie der Müller, oder von einem schlichten körperlichen Ausweichen wegen physisch angedrohter Schläge wie bei Armin. Wie ich mittlerweile korrekt festgestellt hatte, war er ein Fall von Angst.
Purer, nackter Angst.
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Jedenfalls war dies bei jedem Einzelnen im Dorf der Fall, soweit wir Kinder es mitbekamen, wenn er denn einmal im Dorf erschien – und das tat er, wie schon gesagt, noch seltener als der Müller oder Dankrun, die Waldschranze.
Abgesehen von den Beiden war er auch der Einzige, dessen Behausung sich außerhalb des eigentlichen Dorfes befand – ein Umstand, den selbst wir Kinder instinktiv als etwas Außergewöhnliches, Abnormes, ja Suspektes wahrnahmen; Zeichen dafür, dass irgendetwas offensichtlich nicht stimmte - und noch dazu war er selbst unter jenen der Einzige, den die Dorfgemeinschaft offenbar rundheraus nicht nur für eindeutig merkwürdig und vielleicht etwas unheimlich, sondern regelrecht gefährlich befand. Dass seine Hütte noch weiter weg war als die der beiden anderen ‘seltsamen Leute’, ein ganzes Wegstück östlich des Dorfes, schien diesen Eindruck nur zu bestätigen; nach dem, was wir schon über die Anzeichen einer etwas in Frage stehenden Zugehörigkeit zum Dorf gelernt hatten.
Über den Müller und Dankrun wurde hinter deren Rücken gemunkelt; während man sich über Uhlands schlechtere Episoden schamlos offen ausließ – über Sintram hingegen traute sich keiner auch nur zu tuscheln, wenn auch nur ansatzweise in der Gegend war. Stattdessen machte jeder einen eher weiteren Bogen um ihn als nötig, wenn er mit seiner typisch grimmigen Miene bei einem seines seltenen Besuche durchs Dorf stapfte. Sogar wenn er mal nicht ganz so düster dreinblickend, sondern einfach nur mit nichtssagend-neutralem Ausdruck daherkam.
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Egal wie sehr ich versuchte aufzupassen und zu beobachten, um zu verstehen, was man mir da sagen wollte – damals habe ich das nie so recht verstanden.
Ich hielt ihn einfach nur für… etwas grummelig vielleicht.
Sicher, selbst ich konnte irgendwo förmlich sehen, dass da etwas ... Düsteres... an ihm zu haften, von ihm auszugehen schien. Aber ich hatte nichts ... irgendwie Böses an ihm gefühlt. Jedenfalls nicht als etwas Böses in der Hinsicht, dass er bösartig wäre.
Vielleicht etwas Böses, das... in das... das ihn einmal...? Uhm... hm... Spätestens an dem Punkt verließen mich dann irgendwelche wörtlichen Überlegungen.
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Außerdem traf mich in diesem Moment einer von Anurs Bällen am Kopf.
Na warte…
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Explore the English Sneakpeeks
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Die deutsche Version ist schon weiter als die Übersetzung;
da es sich bei ihr um das Original handelt ;)
Wer mag, kann aber natürlich auch mal die (freie) englische Übersetzung testen
(die wiederum, da sie neuer ist, hier und da Updates erhalten hat, die wiederum in der deutschen noch eingefügt werden müssen - das klassische Work in Progress-Problem):
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