Kapitel 11: „Zeig mir wie man jagt“
Der Jäger, der Kinder nicht ausstehen kann, lässt eines in seine Hütte. Wie das wohl ausgeht?
Die Hütte war nicht besonders groß; aber mangels fehlender ‘unnötiger’ Inneneinrichtung erschien sie auch nicht unbedingt vollgestopft. Eher sogar zu leer, obwohl es nicht besonders geräumig war. Es gab eine Feuerstelle linker Hand, eine Art Mischwesen aus offenem Kamin und Steinherd, mit einem kleinen Sims und einem überdachten Abzugsloch darüber; daneben eine kleine Beuge fein säuberlich kleingehackten Holzes. Ein kleines Schränkchen auf der anderen Seite, ein Regal darüber, auf dem ein wenig Ton- und Holzgeschirr stand, ein paar Haken mit Kochgeräten. Eine größere rechteckige Kiste in der Ecke, wo vermutlich Naturalien aufbewahrt wurden und an der auch ein Besen und eine Kehrschaufel lehnten. Einen relativ niedrigen, groben Tisch und einen kleinen Schemel dazu an der hinteren Langseite der Behausung, ein kleineres Regal auch hierüber, auf dem einige Flaschen, Beutel und Tiegel ruhten. Halterungen für Bogen und Köcher rechts neben dem Eingang – die er gerade dort wieder ablegte beziehungsweise -hängte, nachdem er die Tür geschlossen hatte – und in der rechten vorderen Ecke daneben eine alte Truhe. An der rechten Wand befand sich eine größere Pritsche, bedeckt mit Fellen und einer Decke, die offensichtlich seine Schlafgelegenheit darstellte.
Ich beobachtete den Jäger von der Herd-Ecke aus, in der ich ihm nicht im Weg stand, wie er sich mit wenigen geschickten, sparsamen Griffen seiner Jagdausrüstung entledigte; dann den kleinen Teil des frischen Fleisches, den er nicht draußen im Schuppen durch Beizen, oder Einlegen in vorbereitete Fässer Lake oder Salz, oder in die Räucherkammer hinter dem Haus verbracht hatte -wo der Großteil nun zur Aufbewahrung vorbereitet wurde- auf einem Teller deponierte, während er einen Topf Wasser mit Kräutern aus verschiedenen der Tiegel aufsetzte und das Feuer im Herd darunter schürte. Da er sich gerade so verhielt, als sei ich nicht vorhanden, tat ich mein Bestes ebenso zu wirken; anstatt etwa Hilfe anzubieten, derer er offensichtlich nicht bedurfte. Wenn ich etwas tun sollte, würde er es schon signalisieren. Neugierig ließ ich meine Augen im Raum umherschweifen, wenn er gerade nicht hersah; aber ich wollte auch nicht aufdringlich wirken.
Ich fragte mich, wieso er mich hereingebracht hatte — oder wo ich hier schlafen sollte, wenn dies mehr darstellte als nur eine Einladung zum Essen als Belohnung dafür, dass ich das Fleisch immerhin nicht völlig versaut, sondern noch brauchbare Stücke übriggelassen und zurechtgeschnitten hatte. Viele Möglichkeiten gab es eigentlich nicht.
Tatsächlich hatte er sich mittlerweile der Truhe am einen Ende der Pritsche zugewandt und holte mehrere Felle daraus hervor, die mir überaus verlockend weich und kuschelig erschienen; besonders nachdem ich mehrere Nächte ohne auch nur eine Decke draußen auf den harten Bohlen vor der Tür verbracht hatte, weil ich es nicht wagte, mich auch nur etwas weiter weg in das weiche Gras zu legen. Es wäre eine Abstandnahme von der Hütte gewesen. Und hätte damit vielleicht, wenn er es so auslegen mochte, auch von meiner Intention verkündet... Wenigstens war es momentan auch nachts warm. Ich war durchaus ein wenig erstaunt, als er die Felle ohne einen weiteren Blick in den Raum — nun, den kannte er ja wohl gut genug; auch wenn irgendetwas mir als ein unterschwelliges Gefühl sagte, dass es ein wenig sonderbar war, dass er das nicht rein aus ... hm... warum auch immer man das normalerweise tut… in Verbindung mit seiner Handlung davor noch einmal getan hatte… Als er die Felle also am anderen Ende seiner eigenen Pritsche auf dem Boden ausbreitete und daraus eine Art Nest baute; das auf mich einen verführerisch bequemen Eindruck machte.
Ich unterdrückte den ungewollten Gedankenansatz, dass ich früher zwischen Mutter und Großmutter ein ähnliches Nest in Form einer gemütlichen Kuhle gefunden hatte und ließ stattdessen schnell meinen Blick zurück in den Raum schweifen. Hm. Sonderbar war vielleicht auch, dass er gerade noch ein wenig Gemüse mit einem Messer auf den Tisch gestellt hatte, ehe er dann weitergegangen war.
War das nun nur Vorbereitung oder war es eine Aufforderung?
Mein Blick schweifte zurück zu dem Felllager, auf dem auch ein gefaltetes Fell eine Art Kopfkissenersatz bildete — der Jäger war wieder bei der Truhe, länger über sie gebeugt, als man brauchen sollte, um etwas daraus hervorzuholen. Schien über etwas nachzugrübeln. Mein Blick schweifte zurück zum Tisch, auf dem die weiteren Zutaten für das abendliche Festessen -nun, zumindest wäre es das für mich; vorausgesetzt natürlich, ich bekam wirklich etwas davon ab– noch immer unangerührt ruhten.
Nach kurzem Zögern setzte ich mich in Bewegung. Der Tisch war zwar niedrig, aber immer noch nicht so sehr, dass ich das, was darauf stand, gut im Stehen erreicht hätte; also nahm ich notgedrungen den Schemel in Beschlag, um mir Karotten, Zwiebeln und... Grünzeug... heranzuziehen, das auf dem Teller dort lag; hievte ihn mir auf den Schoß und begann die Zutaten kleinzuschneiden. Ich hatte schon oft genug Mam-... ich hatte schon oft genug dabei geholfen, um zu wissen, wie das ging.
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Gerade hatte ich mit den Zwiebeln angefangen, als ein Schatten über mich fiel, der mich abrupt innehalten ließ.
„Was machst du denn da?“
„Ähh... Zwiebeln schneiden?“ lautete meine wenig eloquente -und spontan kleinlaute- Antwort unter einem missglückten Versuch gewinnend zu lächeln. Jedenfalls zeugte seine Miene, als ich hochblickte, mich direkt auf meiner eigenen Augenhöhe erwartend, nicht gerade von überzeugter Anerkennung meiner Eigeninitiative.
„Ich hatte nicht gesagt, dass du das tun sollst.“
Ich war offensichtlich so versunken gewesen, dass ich gar nicht bemerkt hatte, wie er herübergekommen und um mich herumgelaufen war, um sich vor mir in die Hocke zu setzen, damit er mir direkt in die Augen sehen konnte — ein Umstand, der mich nun beinahe verschreckt zurückfahren ließ, weil sein Gesicht plötzlich so unerwartet nah vor mir auftauchte. Mit etwas Mühe hielt ich das Gemüse davon ab, aus dem Teller zu springen, mit dem ich gewackelt hatte, und schaffte es gerade noch so, gleichzeitig weder das Messer fallen zu lassen noch die halb geschnittene Zwiebel; die ich noch in der Hand hatte und nun an den Tellerrand presste, um beide vom Fallen abzuhalten.
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Abrupt sprang ich von dem Schemel herunter. Sicher wollte er seinen Sitzplatz zurück!
Und hätte dabei beinahe doch noch den Teller fallenlassen, ehe ich ihn krampfhaft an mich pressen und festhalten konnte.
Mein Blick wanderte automatisch kurz auf den Boden. Verdammt. Ein gutes Drittel des schon Geschnittenen war bei dem waghalsigen Manöver heruntergepurzelt und lag nun hübsch verstreut vor meinen Füßen. Eine vorwitzige Karottenscheibe war bis zu seinen -verdammt nahen, argh- Stiefelspitzen gekullert, bis sie dort Widerstand fand. Seine Hand schwebte mitten in der Luft, als hätte sie in der Bewegung, mir den Teller aus der Hand zu reißen –oder ihn aufzufangen– innegehalten, weil ohnehin nichts mehr zu retten war.
War das der größere Schatten gewesen, dessentwegen ich insbesondere nach unten gesehen hatte? Weil ich so aus dem Augenwinkel meinte, es müsse ganz offensichtlich etwas vom Teller heruntergefallen sein. Irritiert suchte ich den Boden ab, ob mir die zweite, noch ganze Zwiebel heruntergefallen war. Denn die halbe hielt ich ja glücklicherweise noch in der Hand. Nachdem ich vor lauter Teller festhalten nicht nach dem Herabfallenden gegriffen hatte – was… vermutlich besser so war. Aber da war keine Zwiebel und auch sonst kein größeres Stück.
...Wie auch, schoss es mir durch den Kopf; die hatte ich ja auf dem Tisch abgelegt, um das Geschnittene in den Teller sammeln zu können...
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Ein Schatten nahe meiner Wange riss mich aus meinen Gedanken und ich registrierte, dass er gerade noch irgendetwas murmelte. ... bei-...was? ... nein... nicht weinen?
Wieso sollte ich weinen?
„Oh.“ Ich fasste mir im Reflex an die Wange – und hätte mir dabei beinahe das Messer ins Gesicht gerammt, hätte ich die Bewegung ganz ausgeführt.
Zum Glück hielt ich schon auf halber Höhe inne, weil die Erkenntnis schneller als die Bewegung zu ihrem Ende kam.
„Ich... oh. — Ehm... das.. die Zwiebeln...“ wies ich mit einer hilflosen Geste –die wenigstens das Messer wieder auf größeren Abstand zu meinem Auge brachte; wie sich in einem gewissen Funken in des Jägers Augen widerspiegelte– grob in Richtung des Tellers. Beziehungsweise meines Arms, mit dem ich den Teller so gut es ging festzuhalten versuchte; während der immer weiter rutschte, weil ich ihn aufgrund der Zwiebel in der Hand nicht gescheit greifen konnte.
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Es war schlicht und ergreifend Überraschung, die mich dann doch zurückfahren ließ, als ein ungewohntes und ziemlich unerwartetes Geräusch die Stille durchbrach, die mir gerade noch zum Schneiden erschienen war und mir meine eigene kleine, leise Stimme als unnatürlich laut hatte erscheinen lassen. Dunkel... aber angenehm. Wie die kuschelige Dunkelheit der Nacht an einem heimeligen Herdfeuer; nicht wie die Nacht, wenn es draußen sehr kalt war oder wie sie einem nach einer von Uhlands Geschichten erschien...
Er hatte... gelacht, registrierte ich verdutzt.
Ich stand ziemlich verdattert da; während er schon längst den Teller und das Messer irgendwie aus meiner Hand genommen hatte, ohne dass ich bemerkt hätte wann oder wie, und Letzteres wieder auf den Tisch gelegt hatte. Während er nun mit nicht mehr ganz so ernster Miene und schnellen Bewegungen wieder zurück auf den Teller einsammelte, was ich ungewollt auf dem Boden verteilt hatte. Lachen passte irgendwie einfach nicht so recht zu dem Bild, das er sonst immer vermittelt hatte und das die Leute im Dorf offenbar von ihm hatten; und auch bereitwillig weitergaben und immer wieder bestärkten. Auch nicht zu dem, wie er sich die letzten Tage und gerade noch vorhin verhalten hatte. Aber es war ... schön. Viel schöner, als wenn er immer nur so grimmig drein blickte...
Aber nun sah er eher ein wenig ... beschämt drein? Hm. Wahrscheinlich, weil er mich erschreckt hatte. Jedenfalls passte das meiner Meinung nach am besten dazu, wie er zögerte und mich einen winzigen Moment lang –wie ich meinte, entschuldigend– ansah.
Ehe er mir, federleicht und kaum zu spüren, flüchtig einmal über den Schopf wuschelte.
Es ging so schnell, dass ich mir beinahe nicht sicher war, ob es überhaupt geschehen war; insbesondere, weil er danach nichts mehr davon zeigte, dass es geschehen war. Aber ich war mir sicher... wollte mir sicher sein...? ... dass er gerade gelacht und mir kurz über die Haare gestrubbelt hatte. Wenn ich es mir fest genug einbildete, dann konnte ich in seiner stoisch-ernsten Miene auch einen winzigen Unterschied in den äußeren Mundwinkeln sehen; mir beinahe ein leichtes Lächeln, na, wenigstens ein winziges Schmunzeln vorstellen, während wir stillschweigend gemeinsam die Beilagen vollends zubereiteten.
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Das heißt, nachdem er einen Holzklotz von draußen hereingetragen hatte, auf den ich mich setzen konnte; und mir eine zweite Garnitur zum Arbeiten gebracht hatte. Einen größeren Teller und ein kleineres Messer — ich war mir nicht ganz sicher, ob ich beleidigt sein oder mich freuen sollte, dass er mich nicht gescholten hatte. Oder vielleicht auch glücklich darüber, dass er mich überhaupt weiter mitarbeiten ließ.
Das Fleisch schnitt er alleine in kleine Würfel zurecht und versah es mit Gewürzkräutern. Ich blieb unschlüssig sitzen, verflocht gelegentlich meine Finger in- und wieder auseinander, als er alles zum Topf auf dem Herd brachte und hineinwarf. Auch noch während der Wartezeit, bis das Essen fertig war, in der er aus einigen Holzstücken langsam einen neuen Löffel und eine neue Gabel schnitzte, hin und wieder aufstand um umzurühren; während er kurz hinausging, um offenbar draußen etwas zu hacken und mit einem kleinen Holzblock zurückkam; und auch noch während er dann begann aus diesem etwas zu schnitzen, das wohl eine kleine hochwandige Schüssel wurde – weil ich mich nicht traute, einfach mitzukommen und mich neugierig auf Zehenspitzen stellend in den Topf zu lugen wie ich es vielleicht daheim gemacht hätte. Die Geruchsentwicklung aus dem leise vor sich hin blubBernen Topf bildete bald eine schwere Prüfung, denn erst dadurch wurde ich mir so richtig eines Bärenhungers bewusst, der sich meiner immer mehr bemächtigte. Wie lange hatte ich nun eigentlich schon nichts Gescheites mehr zum Essen gehabt?
Meine hungrigen Augen mussten deutlich und bettelnd genug erschienen sein, als das Abendessen schließlich fertig war; draußen war schon längst dunkel. Denn er stellte die Schüssel, die er zum Tisch brachte, nicht vor sich selbst ab, sondern vor mir. Legte mir das neue Besteck dazu und schöpfte dann eine gehörige Portion dampfender, kräftiger Gemüsesoße samt mächtig vielen Fleischbrocken für mich aus dem Topf.
Aus Letzterem bediente er sich selbst dann einfach direkt. Die neue Schüssel -von der ich mittlerweile stark vermutete, dass er sie für mich schnitzte- war schließlich noch nicht fertig. Und so wie es aussah, besaß er gar keine zweite Garnitur. Ich fand es ja schon ein bisschen seltsam, dass er mir zum Arbeiten ein Jagdmesser gab – von denen hatte er offensichtlich mehrere – aber dann trotzdem noch zum Essen das Fleisch in mundgerechte Stücke schnitt, sodass ich mich keines Messers bedienen musste... aber vielleicht hatte das auch einfach mit der Zubereitung und der Art des Gerichts zu tun?
Schulterzuckend beschloss ich, dass es mir für den Moment völlig egal war, warum er mir ein Messer anvertrauen oder nicht anvertrauen sollte. Ungeduldig wartete ich darauf, dass das Essen endlich genug abgekühlt wäre; und entschied mich schließlich zur Löffel-Pusten-Methode. Wie zum Henker machte er das eigentlich, das er schon längst beim Essen war und sich nicht daran verbrannte? Direkt aus dem Topf und ganz ohne jedwedes Pusten.
Mir entfuhr ein leises Brummeln. Und wenn ich es richtig gesehen und mir nicht nur eingebildet hatte, hatten seine Augen daraufhin kurz ziemlich belustigt gewirkt.
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Sie merkte nicht mal, dass sie leise gegrollt hatte, ehe sie abrupt damit aufhörte, als sie bemerkte, dass das Essen –nicht nur auf ihrem Löffel– offenbar eine essbare Temperatur erreicht hatte, weil es kaum noch dampfte, sondern mampfte stattdessen mit gehörigem Appetit los. Genausowenig bemerkte sie, wie er, teils überrascht, teils belustigt und teils etwas irritiert, eine Augenbraue hochzog — nicht des Umfangs ihres Appetits oder ihrer etwas mangelhaften Essmanieren wegen, sondern weil sie ihm tatsächlich kurz einen finsteren Blick begleitet von einem Grollen -wenngleich beides bei ihrer eintretenden Erkenntnis abrupt abbrechend- gegeben hatte.
Ihn anknurren? Sintrams Mundwinkel zuckten. Die Kleine hatte wirklich Mumm.
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Oder einfach nur keine gute Menschenkenntnis.
Oder überhaupt nicht so viel Verständnis irgendeiner Art, wie er bisher geneigt gewesen war, es ihr zuzurechnen.
Wahrscheinlicher vielleicht zuviel Vertrauen in die kurze Freundlichkeit, die du ihr vorhin gezeigt hast, flüsterte ein anderer Gedanke in seinem Kopf.
Sintram unterdrückte ein Seufzen. Du lässt nach, alter Knabe.
...oder einfach nur einen blinden Fleck, was dich angeht, flüsterte ein ganz bestimmtes Fünkchen im größeren Umfang seiner allgemeinen Irritation über ihr Verhalten. Woran das wohl liegt? Vielleicht bist du...
Sei still, knurrte sein Bewusstsein den unerbetenen Störenfried im unteren Hinterstübchen an, der sich daraufhin auch nicht mehr meldete.
Schwäche... Pah. Nicht mit ihm. Für einen Moment war er versucht, ihr die Ohren langzuziehen für die Unverschämtheit. Aber im Grunde amüsierte ihn die Angelegenheit viel zu sehr, als dass er ihr wirklich böse gewesen wäre.
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An dem Punkt störte plötzlich ein zweiter unerwarteter Gedanke seinen Frieden.
Was wenn sie eine gewisse Manipulationsgabe besaß und... Na, also bitte, jetzt sind wir aber ein klein wenig sehr paranoid. So ein kleines Ding jemanden wie dich...? So ein Quatsch. Mögliche Abstammung hin oder her. Letztendlich überwog die Belustigung angesichts ihrer Reaktion, bei der er sich ein wenig an das Verhalten eines tapsigen Welpen gegenüber einem deutlich größeren Artgenossen -der nicht sofort drohende Feindseligkeit zeigte- erinnert fühlte. Welpe. Na, das passte doch wie die Faust aufs Auge... Nun, er würde ihr die Faxen schon noch austreiben, ganz im Sinne der Metapher.
Aber das hatte auch noch Zeit bis morgen. Er musste sie ja nicht unbedingt gleich am ersten Tag überfordern; nachdem er sich erst einmal entschlossen hatte, sich um sie zu kümmern, hatte er kein Interesse mehr daran, dass sie womöglich doch noch verschreckt fortrannte. Ab diesem Punkt würde es nur unnötige Scherereien gegeben, wenn er sie dann wieder zurückholen müsste. Nein, lieber tastete er sich etwas langsamer voran; nicht, dass die Kleine doch eine niedrigere Toleranzschwelle hatte als es bisher den Anschein hatte und nur zu denen gehörte, die einen drohenden Zusammenbruch gut verbergen konnten, sodass er dann plötzlich und unerwartet kam. Wer wusste schon, was das Kind schon durchgemacht haben mochte, ehe es bei ihm gelandet war. Irgendeinen Auslöser musste es schließlich geben; und der ging bei so etwas üblicherweise mit ziemlich unschönen Dingen einher...
Außerdem konnte er, wenn er sich nur darauf einließ, spüren, dass in dem Mädchen etwas rumorte... Ja, da war etwas unter der Oberfläche; etwas das sie tief in sich vergraben hatte. Es war schon in reiner Vernunftsbetrachtung offensichtlich, dass kein Kind des Dorfes ohne schwerwiegenden Grund zu ihm gekommen wäre, dass er hatte er schon im ersten Moment gewusst. Er hatte nur keine Lust gehabt, sich darauf einzulassen. Vielleicht war das ein Fehler... vielleicht hätte er sich eher damit beschäftigen sollen. Es sich genauer ansehen, als es noch offen zugänglich gewesen wäre.
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Schweigend beobachtete er, wie das Mädchen hungrig den Inhalt seiner Schüssel hinunterschlang, nur gelegentlich selbst versonnen einen Bissen zu sich führend. Schließlich stellte sie die leer gewordene Schüssel vor sich ab und sah zu ihm hoch. Man konnte sehen, dass ihr eine Frage auf der Zunge lag; aber sie hielt grübelnd inne, nach dem ersten Hungeranfall offensichtlich plötzlich wieder schüchtern geworden. Die Frage in ihren Augen musste allerdings nicht erst ausgesprochen werden, dass er sie verstand. Er sagte nichts, nickte ihr aber nach einem kurzen Moment zu und schob ihr den Topf zu, in dem immer noch ein Gutteil der starken Fleischsuppe zurückgeblieben war.
Den eigenen Löffel hatte er ohnehin seit einiger Zeit nur noch nachdenklich in den Fingern hin- und herbewegt und schließlich auf dem Tisch abgelegt. Er verspürte längst keinen wirklichen Hunger mehr. Sollte sie sich satt essen, sie würde die Energie noch brauchen. Zögerlich beäugte sie den Topf einen Moment; als könne er eine giftige Schlange enthalten. Bevor sie ihn schließlich abrupt zu sich heranzog und hastig den nächsten Löffel heraus schaufelte. Ehe sie ihn noch zum Mund geführt hatte, hielt sie aber plötzlich inne und ihr Blick ruhte einen Moment lang auf seinem Gesicht.
„Ich hab noch nie Wild gegessen“, meinte sie schließlich, den Blick wieder senkend, aber der Versuchung in einen nicht vorhandenen Bart hinein zu nuscheln offensichtlich widerstehend.
Er antwortete nicht; aber seine Augen beobachteten sie still, bis sie ihr Mahl beendet hatte. Sie widmete sich der Vernichtung des Suppenrests mit scheinbar unvermindertem Appetit; zumindest bis zu den letzten paar Löffeln, die sie nur noch langsam leer aß. Offensichtlich kam sie aus einer Familie, in der man Wert darauf legte, nichts Essbares zu verschwenden — nicht weiter verwunderlich, wenn man die Umstände, die Örtlichkeit, bedachte; aber für einen Moment musste er an eine ganz andere Szene denken.
Er hatte in seinem Leben auch schon Anderes gesehen; verzogene Gören, die ein solches Mahl weit von sich gewiesen hätten. Obwohl er sicher nicht mehr so abscheulich kochte, wie er es zu Beginn getan hatte, als er es die ersten paar Male versucht hatte... Seltsam, dass er jetzt gerade daran wieder dachte. Nach all den Jahren hatte er nicht erwartet, sich daran überhaupt noch wieder zu erinnern.
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„Schmeckt wirklich lecker.“ Die nicht in sein Erinnerungsbild passende sanfte Kinderstimme holte ihn abrupt in die Gegenwart zurück.
Für den Bruchteil einer Sekunde hob sie den Blick zu ihm, ein strahlendes Lächeln auf den Lippen; ein sattes, für den Moment rundum zufriedenes Kind; die warme Glückseligkeit einer ganz einfachen, bodenständigen Freude und Dankbarkeit über die Befriedigung sämtlicher körperlichen Bedürfnisse verströmend, wie sie sich so leicht zurücklehnte -gerade so weit, dass sie nicht ins Kippen kam- um dem vollen Bäuchlein unter dem total verdreckten Kittel etwas mehr Platz einzuräumen.
Dann sah sie hastig wieder hinab und beschäftigte sich mit dem Studium des Topfbodens, den sie noch zwischen ihren Händen auf ihren Oberschenkeln hielt.
Eine unerwartete Gefühlswoge durchströmte ihn bei diesem unschuldigen, aufrichtigen Kinderlächeln, das so ohne jede Zurückhaltung für diesen kurzen Moment auf ihn gerichtet war; und er musste krampfhaft den Impuls unterdrücken, verschmitzt grinsend ihr Gesicht in eine Hand zu nehmen und ihr mit dem Daumen über die Wange zu streichen.
Wie er es mit eigenen Kindern getan hätte, die nicht angstvoll zurückzucken würden, die...
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Er sich einmal so sehr gewünscht hatte…
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Er weigerte sich diesen Gedanken bewusst werden zu lassen. Aber es war schwer, wirklich schwer, diesem Lächeln zu widerstehen und nicht zurückzulächeln.
Bis sie sich jedoch wieder aufraffte und mit dem Topf in Händen aufstand, um ihn fragend anzusehen, was jetzt mit dem Geschirr zu tun sei, hatte er sich wieder im Griff. Kein Grund sie zu verzärteln. Die Welt da draußen war hart und es war besser, wenn sie das schnell lernte.
Vielleicht wäre es besser gewesen er hätte sich gleich direkt mit dem beschäftigt, was sie nun versteckte; damit ihr gleich von Anfang an bewusstwurde, dass die Welt kein Spielplatz für dumme, unbedarfte Kinder war. Hätte sie zwingen sollen, sich dem gleich zu stellen, was sie erlebt hatte, was immer es war; dann hätte man den Punkt frühzeitig und gesichert hinter sich gehabt und sich damit beschäftigen können, die daraus entstehende Härte zurechtzuschleifen.
Andererseits wäre das auch heikel gewesen. Nein, vielleicht war es schon recht so. Es an diesem Punkt wieder hervorzuholen, hielt er nun auch nicht mehr für angebracht. Nachdem sie es einmal weggesteckt hatte, würde es vielleicht eine etwas langwierigere, aber dafür auch sicherere Angelegenheit werden, sie so zu schulen, dass das bittere Erlebnis nicht zu einem verknoteten Punkt, einem Risiko wurde, das im ungünstigsten Moment wieder hervorbrechen konnte – sondern den Grundstock für eine gesunde Portion Vorsicht bildete; vor allem aber auch für die Gewissheit mit Problemen fertig werden zu können, die innere Stärke zu besitzen, um sich auch zukünftigen Härten gestählt und ohne Verzagen entgegenstellen zu können. Die Wunde jetzt wieder zu öffnen, würde nur einen unnötigen Zusammenbruch nach sich ziehen.
Und er hatte im Moment wenig Lust sich mit einem heulenden Kind zu beschäftigen. Erst recht nicht, solange er sich noch nicht vertraut genug damit gemacht hatte, als dass er sich wirklich sicher sein konnte, dass er die Sache richtig angepackt hätte; dass sie kein weiches, heulendes Bündel blieb, das sich womöglich völlig in ein Schneckenhaus zurückzog; statt dass ihm die Sache eine anspornende und nicht in Resignation und Verzweiflung stürzende Lehre war. So sann er nach, während er mit der Kleinen noch den Abwasch aus dem Trog erledigte, den er dazu aus dem größeren Unterteil des Schranks hervorholte, und sie dann mit dem Eimer aus derselben Unterbringung Wasser holen schickte, ehe er ihr gestattete, der mittlerweile reichlich vorhandenen Müdigkeit nachzugeben, und war’s schließlich zufrieden.
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Als sie sich in den Fellen zusammenrollte wie ein kleines Kätzchen war sein Unbehagen mit der ganzen Situation zu einem leisen Murmeln zusammengeschrumpft, das kaum noch durch die warme Decke der Überzeugung drang, dass es schon seine Richtigkeit hatte, was er hier tat, und er eigentlich wenig Grund hatte, sich über eine neue Aufgabe zu beschweren. Sie hatte ihm bisher wenig Anlass zu der Sorge gegeben, dass sie ihm Scherereien machen würde; auf das Wasser, das er zuvor leicht mit Kräutern versetzt hatte, hatte sie bisher auch gut reagiert – nur leicht glasige Augen die letzten Tage über, kaum erhöhte Temperatur, keine größeren Reaktions-auswirkungen; das war mehr als vertretbar und bestätigte die Vermutung – und dass sie nach der etwas erhöhten Probedosis jetzt vorhin im Essen nur Anzeichen leichten Fiebers zeigte und sich etwas fester in die Decke einmummelte, die er ihr vorsorglich hingelegt hatte, zeugte von einer guten Verarbeitung.
Aufmerksam beobachtete er ihre kleine Form, die sich hin und wieder leicht im Schlaf regte, in den sie nach der ausgiebigen Mahlzeit und der leichten körperlichen Betätigung danach sehr schnell gefallen war. Er würde zur Sicherheit noch ein wenig warten, ob sie nicht doch noch Schüttelfrost entwickeln sollte; aber es sah nicht danach aus.
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Die Zeit verstrich schnell, während er das kleine Wesen in seinem beruhigend festen Schlaf betrachtete –kein Herumwerfen, keine Zuckungen, gut– das sich, seinem Fußstück zugewandt und seiner Pritsche nähergerückt, tief in die Felle und die warme Decke kuschelte.
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Dann wurde es Zeit für ihn, sich um den verdreckten Kittel zu kümmern, den er ihr abgenommen hatte, wenn er ihn rechtzeitig wieder trocken haben wollte bis sie erwachen würde. Sie hatte ihm das schon ziemlich zerschlissene, über die letzten Tage verdreckte und zuletzt durch das Zerteilen des Rehs durch und durch besudelte Ding nur mit einigem Widerwillen ausgehändigt.
Einem Widerwillen der weniger mit Schamgefühl zu tun hatte — so alt war sie noch nicht, dass sie ein generelles Schamgefühl entwickelte hätte, selbst wenn es nur um Reinigungszwecke ging; auch wenn sie natürlich schon längst gelernt hatte, dass man nicht ständig nackt in der Öffentlichkeit herumlief, wie es ganz kleine Kinder noch taten — als damit, dass es wohl die letzte große Verbindung zu ihrer Familie darstellte. Eine Art materielle Repräsentation eines ursprünglichen Sicherheitsgefühls, in die -und folgerichtig praktisch auch in das- man sich hüllen konnte. Er glaubte nicht, dass ihr selbst diese Verbindung bewusst war; aber es war einfach eins und eins zusammenzuzählen, wenn man den für einige Momente veränderten körperlichen Ausdruck direkt um jenes Geschehen bedachte, der von einem spontanen Anwachsen von Unwohlsein und Unsicherheit zeugte; sowie die Implikationen, die schon ihre reine Anwesenheit aufwarf — samt dem Umstand, dass die letzten Tage über keiner gekommen war um sie abzuholen. Offensichtlich hatte es eine Störung eines Ausmaßes in ihrer Familie gegeben, das für eine gewisse Endgültigkeit sprach.
Ob das durch Veränderungen in ihr ausgelöst worden oder nur damit einhergegangen war — oder ob vielmehr umgekehrt diese Störung eine Veränderung in ihrem Zustand hervorgerufen hatte, war etwas, dass er demnächst noch herauszufinden gedachte. Wie sie mit ihrer Ausbildung umgehen würde, konnte schließlich stark von ihrem Selbstbild beeinflusst werden; und wenn sich ihm die Möglichkeit bot, sollte er sich besser darüber kundig machen, als sich nachher mit Problemen herumschlagen zu müssen, die sich aus Unwägbarkeiten ergeben mochten, die man hätte vermeiden können.
Je länger er das vor allem durch die letzte Großaktion des Zerlegens völlig versiffte Stoffding mit den üblichen Mitteln bearbeitete, desto mehr kam er zu der Ansicht, dass er das Ding wohl eher noch vollends verschleißen würde, ehe er es wieder wirklich sauber bekam. Schlussendlich kam er zu dem Entschluss, dass es besser war, es einfach an Ort und Stelle zu entsorgen als sich noch länger damit herumzuschlagen. Für ihre Psyche dürfte es wohl auch besser sein, wenn sie es mit einem Mal los hatte; anstatt dass er ihr das Ding wieder anschleifte und sie sich noch länger mit dieser ständigen Erinnerung herumschlug.
Abrupt knallte er den krumpeligen Haufen nach dem letzten Auswringen einfach ins Gras und machte sich daran an geeigneter Stelle ein Feuer zu entfachen, in das er diese traurige Entschuldigung für ein Kleid dann hineinwarf. So. Das zumindest wäre erledigt.
Nun hieß es ein wenig tricksen.
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Lautlos schlich er sich zurück in die Hütte, sah noch einmal kurz nach, dass sich an ihrem Zustand auch nichts geändert hatte –nein, alles nach wie vor in bester Ordnung; ruhiger, tiefer Schlaf– kramte eines seiner Zweithemden und sein Nähzeug hervor und suchte sich dann aus dem Staufach, in dem er mehrere gute Lederhäute aufbewahrt hatte, eine geeignete heraus. Fein genug, um angenehm und nicht zu warm zu sein für die sommerlichen Temperaturen, aber stabil genug für die Betätigungen im Wald, die er bald mit ihr aufnehmen würde. Ein Material, das gleich einriss, wenn man mal wo hängenblieb, oder keine Dornen abhalten konnte, wäre dafür nun wirklich nicht zu gebrauchen. Eine Montur hätte er ihr also sowieso demnächst gefertigt. Nunja. Nun musste er eben ein wenig schneller damit zu Rande kommen. Das kam davon, wenn man Entscheidungen hinausschob...
Er überlegte kurz, ob er im Morgengrauen direkt im Dorf vorbeigehen und dort jemandem noch ein paar normale Kinderkleider abkaufen sollte, verwarf den Gedanken aber schnell wieder. Wozu sollte das nütze sein? Damit würde sie bald ohnehin nichts mehr anfangen können. Sich für leichtere Arbeiten oder Freizeit umzuziehen, machte keinen Sinn, wenn man bessere Bekleidung hatte — im Sinne einer robusteren, wohlgemerkt; anstatt auch nur aus weniger reißfestem Stoff bestehende Festtagskleidung.
Mit einem nur mit Unterwäsche oder irgendetwas Halbfertigem bekleideten Kind würde er jedoch nicht ins Dorf marschieren, um ihm dort von der Schneiderin das, was er wollte, herstellen oder vollends fertig machen zu lassen – wie er es eigentlich tun müsste, da er erst jetzt anfing und die Zeit unter normalen Umständen nicht mehr zur Fertigstellung bis am Morgen ausreichen konnte. Also etwas tricksen.
Übermäßigen Aufwand für die schnellere Herstellung von Kleidern herzustellen, davon hielt er allerdings auch nichts. Er würde wohl eine schnellere und gröbere Arbeit zusammenflicken müssen. Aber er konnte ziemlich schnell sein, wenn er wollte, ganz ohne größeren Aufwand, und die Nacht durchzumachen machte ihm auch nichts aus. Natürlich würde er die Garnitur trotzdem nachher noch einmal auseinandernehmen müssen, um sie genauer anzupassen. Aber was sollte es, er hatte ja genug Zeit... Also eine Grobgarnitur für den akuten Notfall und wenn sie wieder wach war, konnte er korrekt Maß nehmen, die Einzelteile für eine zweite anpassen und sich mit dieser dann mehr Zeit lassen, solange sie erst einmal etwas zum Anziehen hatte. Wenn die dann fertig war, konnte er immer noch die erste wieder umnähen; eine Zweitgarnitur zu haben war sowieso nicht das Verkehrteste.
Entschlossen machte er sich ans Werk.
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Als er ihr am nächsten Morgen das finale Produkt präsentierte, fragte sie nicht einmal nach dem verdreckten Lumpen von einem Kleid. Stattdessen sah sie nur mit hellen, zu großen Augen zu ihm hoch und biss sich auf die Unterlippe.
“Für mich?” fragte sie. Ihre Finger streckten sich dem dargebotenen Leder entgegen, aber zogen sich sofort wieder zurück, als hätte sie Angst dessen Weichheit mit zu schmutzigen Händen zu beflecken.
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Seine Finger taten plötzlich weh; angestrengt darum bemüht seine Kontrolle zu brechen und sich zu krümmen.
„Ja.“ bestätigte er stattdessen vehement. Das Wort schoss mit Nachdruck heraus, etwas zuviel Kraft dahinter.
Aber sie zuckte nicht zurück, wie seine sich leicht hebenden Augenbrauen bemerkten, die er rasch wieder herunterzwang, ehe sie sich in ein Stirnrunzeln legen konnten.
„Zieh’s an.” Diese abgehackten Worte kamen definitiv zu harsch heraus.
Aber anstelle des erwarteten Zitterns in ihren Gliedern nickte sie nur stumm und tat, was er ihr geheißen hatte. Eilig.
Seine Laune ging endgültig den Weg aller endlichen Dinge.
Was in aller Welt haben diese Leute ihrem Kind angetan?
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Explore the English Sneakpeeks
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Die deutsche Version ist schon weiter als die Übersetzung;
da es sich bei ihr um das Original handelt ;)
Wer mag, kann aber natürlich auch mal die (freie) englische Übersetzung testen
(die wiederum, da sie neuer ist, hier und da Updates erhalten hat, die wiederum in der deutschen noch eingefügt werden müssen - das klassische Work in Progress-Problem):
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